
Einheitlicher „Look“ dank Clinic Dress
02/03/2023
Kampagne von IMPORT PARFUMERIE
13/06/2023Mein Name ist Caroline, ich bin 37 Jahre jung, lebe mit meinem wundervollen Mann und unseren zwei Kindern (3 und 2 Jahre alt) im Zürcher Oberland. Wir wohnen sehr ländlich und geniessen gemeinsam unser glückliches und friedliches Familienleben. Als Ausgleich und mit ganzem Herzen arbeite ich zu 70% als Kriminalbeamtin bei der Stadtpolizei Zürich. In meiner Freizeit geniesse ich die Natur, verbringe viel Zeit mit Familie und Freunden.
Die Diagnose
Ich hatte das perfekte Leben, als ich plötzlich an einem Abend einen Knoten in meiner linken Brust ertastete. Ich googelte. Man sagt, wenn man googelt hat man sowieso Krebs, aber ich googelte so lange bis ich wieder positiv denken konnte. Am nächsten Tag, musste ich arbeiten und war in einem Team mit meiner besten Freundin eingeteilt. In meinem Büro liess ich sie den Knoten tasten und sie meinte, ich solle das schnellstmöglich untersuchen lassen. Zwei Tage später wurde eine Biopsie genommen, wobei ich bereits spürte, dass ich Krebs habe. Nochmals 4 Tage später, am 19. August 2022, erhielt ich definitiv die Diagnose und ich dachte im ersten Moment nur, zum Glück nimmt das Schicksal mich und nicht meine Kinder. Ich habe Brustkrebs, Triple Negativ, sehr schnell wachsend und äusserst aggressiv. Es ist das erste Mal, dass ich die echte Todesangst meiner Kunden nachempfinden kann.
Die Herausforderungen
Die Chemotherapie begann am 13. September 2022 und meine Haare fielen mir zwei Wochen später aus. Leider habe ich die Chemo gar nicht vertragen und musste oft in die Klinik. So oft wollte ich aufgeben – nicht der Militärdienst, nicht die Polizeischule und nicht zwei direkt aufeinanderfolgende Schreibabies waren so schlimm wie das hier! Körperlich und Mental. Aber sowie die Chemo meinen Körper angriff so griff er auch den Tumor an. Mein Körper war genug stark und erholt sich langsam, vom Tumor ist aber nichts mehr zu sehen. Ob noch Krebszellen aktiv sind, weiss ich erst nach der Operation. So wie ich merkte, dass ich Krebs habe, so spüre ich, dass ich wieder gesund werde.

In den letzten Monaten bin ich gewachsen und wurde demütig. So viele Leute haben mich unterstützt, brachten mich zum Lachen und waren einfach für uns da, einfach so, ohne eine Gegenleistung zu erwarten. Ich bin ehrlich dankbar für das, was ich habe und werde einiges in meinem Leben nun anders priorisieren und dementsprechend anpassen. Ich war nie der emotionalste Mensch und Tränen kamen bei mir eher selten. Seit der Diagnose weine ich so unglaublich viel aber immer häufiger aus positiven Gründen wie z.B. wenn mich ein Sonnenstrahl erwischt, ein Vogel pfeift oder mein Mann einfach so meine Hand nimmt.
Das Schwerste war für mich, Hilfe anzunehmen und zu akzeptieren, dass ich meine Kinder nicht mehr alleine betreuen konnte. Ich musste zusehen, wie andere mit ihnen lachten, konnte sie nicht mehr hochheben, konnte keine Mahlzeit mehr zubereiten, musste sehr oft nein sagen. So oft musste ich für viele Tage Abschied nehmen, wenn ich wieder in die Klinik musste.
Der Look Good Feel Better Workshop
Auf den Workshop machten mich zunächst einige andere Krebsbetroffene aufmerksam, zudem kriegt man fast zeitgleich zur Diagnose ein Workshop-Flyer von Look Good Feel Better. Aber ich musste mich erstmals sammeln. Bei Chemobeginn bekam ich einen zweiten Flyer und die Onkologie-Pflegerinnen hörten nicht mehr auf zu schwärmen, da sie selber so einen Workshop besuchen durften. Da ich mir nicht so viel aus Schminke machte, meldete ich mich eher widerwillig an.
Der Tag, an dem der Workshop stattfand, startete für mich nicht gut. Jeder kennt diese schlechten Tage. Mir fielen ganze Eier auf den Teppich, ich wurde von einem Radar geblitzt und kam leicht verspätet am Workshop an. Ich bin überhaupt kein „Grummelbär“ aber ich hatte da echt andere Sorgen, als mich nun schminken zu wollen. Naja, die Kursleiterinnen hatten da aber andere Pläne mit mir. Ich wurde von allen herzlich begrüsst, es war eine lockere Stimmung und noch nie sah ich so viele Leute, welche gerade dasselbe durchmachen wie ich. Es wurde so viel gelacht, man tauschte sich aus und ich lernte das erste Mal im Leben mich zu schminken.
Ich war berührt, als ich erfuhr, dass die Kosmetikerinnen diese Zeit für uns, diesen Kurs ehrenamtlich geben. Wieso machen sie das? Ich weiss es nicht, aber ich bin ihnen von Herzen dankbar, dass meine Gedanken mal nicht um den Krebs kreisten und mir fremde Menschen ihre Zeit schenkten. Nach dem Kurs ging ich also nicht nur geschminkt, sondern mit einem gesunden Aussehen und mit einem echten Lächeln wieder nach Hause.